Erfahrung mit septischer Kniegelenksprothesenlockerung?



- Erfahrungsberichte und Dokumentation - Deutsches Arthrose Forum -



  103. Eintrag von am 03.05.2005 - Anzahl gelesen : 114  
  Erfahrung mit septischer Kniegelenksprothesenlockerung?  
  0 Ihr Alle zusammen!
Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder. Habe heute mal eine Frage zu o. g. Diagnose: Hat jemand hier Erfahrung? Wer hat eine solche Diagnose erfahren? Was besteht einem bevor? Wie lange dauert es, bis alles wieder 'gut' ist? Was wird mit einem 'angestellt'?

Ihr könnt ja mal meinen Bericht lesen vom Mai 2004. Da hatte ich mich kurz vorgestellt und allen Jungen Mut gemacht was ein künstliches Kniegelenk in jungen Jahren angeht und meine Erfahrungen dargelegt (trotz meiner jetzigen Probleme, stehe ich dazu, auch wenn ich weiss, dass nicht jeder so gut mit der Prothese lebt(e) wie ich).

Nun hat es mich wohl erwischt: Dass sich mein künstliches Kniegelenk (Schlittenprothese) nach fast 16 Jahren (jetzt bin ich 40) lockert ist eine Sache (es war ja leider auch irgendwann zu erwarten). Doch nun hatte ich in den letzten Monaten vermehrt Probleme (Schienbeinschmerzen, oft belastungsunabhängig, mal mehrere Tage, mal nur einen Tag, mal 'nur' Stunden), nicht mal unbedingt, die, die man von der Lockerung annehmen könnte. Nun habe ich normales Röntgen, Knochenszintigraphie und Leukozytenszintigraphie hinter mich gebracht und o. g. Diagnose scheint sich leider zu bewahrheiten. Auf dem normalen Röntgenbild sind zystische Veränderungen sichtbar, auf den Szintis ist klar erkennbar, dass ich eine Infektion habe (Blut deutet auch zusätzlich noch darauf hin).

Kann mir hierzu jemand was sagen?
Ich würde mich freuen, wenn sich jemand zu Wort meldet.

A.
 
  6. Antwort von am 14.07.2005  
  Tausend Dank auch an Dich F.! Dieses Forum ist einfach gut! Alles Menschen, die selbst schon Probleme hatten und auch die Ängste kennen und bei denen man sich einfach verstanden fühlt! dass es dieses Forum gibt!
an Euch alle

 
  5. Antwort von am 14.07.2005  
  A.,
das wichtigste an einer op, hast du schon erkannt. vertrauen in die operateure, der glaube an den erfolg der op und an die eigene stärke.
du musst den willen haben, dass alles zu schaffen, dann wird es dir auch gelingen!!!
ich wünsche dir von ganzem herzen viel kraft und geduld.
du wirst es schaffen!!!
und alles gute wünscht
F..
 
  4. Antwort von am 13.07.2005  
  liebe D. und liebe C.,
ich bin seit 1,5 Wochen zu Hause. Allerdings nur für einige Zeit. Die Diagnose 'Bakterien im Knie' hat sich nicht bestätigt. Allerdings war das, was man dann während der OP fand auch nicht gut. Die alte Schlittenprothese (die jetzt am 11.07. 16 Jahre drin gewesen wäre) hatte sich teilweise aufgelöst. D. h. der Kunststoff der Prothese hatte sich teilweise aufgelöst und hatte diesen 'Mottenfrass', wie die Ärzte es nennen, an den Knochen an der Tibia angerichtet. Meine Knochen in diesem Bereich sind sehr in mitleidenschaft gezogen worden. Die ganzen Abstriche waren aber - wie gesagt - negativ. Gott sei Dank. Doch für mich bedeutete nun trotzdem, dass ich eine Spezialprothese bekomme. Die erste, die man für mich aussuchte hätte nicht 100 %ig gepasst. D. h. gepasst schon, aber der Chefarzt sagte, es seien ihm zu viele Kompromisse, die er eingehen müsse und das sei ihm zu unsicher. 2 - 3 mm hätten irgendwo gefehlt. Und diese mm sind schon sehr viel in einem doch recht kleinen Gelenk wie dem Knie.
Die neue angeforderte Prothese wird nun eine Spezialprothese sein. Problem war noch: Ich wurde in einer Hautklinik untersucht und man stellte eine fragliche und eine zusätzliche schwache Metallallergie fest. Jetzt werde ich sehen, mit was sie die Prothese legieren.
Nächste Woche muss ich dann wieder mal in die Klinik um das Knie punktieren zu lassen (wie ich Punktionen hasse). Man will sicher sein, dass sich zwischenzeitlich nicht irgendwas bakterielles gebildet hat (womöglich durch die OP etc.). Ich denke zwar, dass das nicht der Fall ist, aber ich finde es sehr gut, dass man auf Nummer sicher gehen will.
Dann, wenn die Untersuchungen der Punktion vorliegen werde ich wohl in ca. 3 Wochen mein neues Kniegelenk erhalten.
Die Zeit des Wartens - das werden sicher die meisten hier bestätigen - ist das Schlimmste. Wenigstens habe ich heute einen ungefähren Zeitplan erhalten.
Ich hatte nach 6 Wochen Klinik einen Krankenhauskoller und habe mich deshalb nach Hause entlassen lassen. Grundsätzlich wäre ich auch früher nach Hause gegangen, doch die häuslichen Umstände und die Tatsache, dass ich ja das Bein überhaupt nicht belasten darf, liessen mich anfangs davor zurückschrecken. Mit meinem Gipstutor bin ich total unbeweglich und die starken Schmerzmittel (zum Glück benötige ich jetzt kein Temgesic mehr, momentan Tr 2 x 1 und hoffentlich in Kürze (ich denke das packe ich) Kadalon Tabletten). Die starken Schmerzmittel benötig(t)e ich, da ich in der Klinik auch stürzte. Zum Glück brach nichts am operierten Bein an den dünnen Knochen, aber durch den Sturz verstärkten sich die Schmerzen doch extrem.
Nun gut. Ich bin froh, dass die erste Diagnose (Bakterien) nicht bestätigt worden ist und ich doch nun endlich wenigstens Licht im Tunnel sehen kann und das macht mir wieder Mut und gibt Kraft. Nach der OP (vor der ich natürlich auch noch riesige Angst habe) weiss ich, dass es zu grossen Teilen an mir liegt wieder fit zu werden. Krankengymnastik bis zum (erlaubten) Abwinken :-)
Damit ich wieder einsatzbereit für alle (Mann, Hund, Freunde, Arbeit) werde!
Auf jeden Fall habe ich in meiner Klinik, zu meinen Ärzten endlich wieder gelernt (zumindest einen Teil) Vertrauen zu haben und zu sehen, dass es doch noch Ärzte gibt, die einen auch als Mensch sehen und nicht 'nur' als Prothesenträger. Das hat mir viel weitergeholfen.

Liebe D.: Ich wünsche Dir auch alles, alles Gute. Deine Geschichte hat mich auch sehr berührt! Ich drücke Dir alles, was ich zum Drücken parat habe!
sendet Euch
A.
 
  3. Antwort von am 30.05.2005  
  A.,
ich habe gerade deinen Leidensweg gelesen und der erinnert
ich an meinen eigenen. Auch ich hatte vor 3 Jahren eine septische Knieprothesenlockerung und auch letzte Jahr wieder
eine. Meine 3. TEP wurde mir in implantiert, nachdem
aber erst vorher 2x das Kniegelenk gespült wurde. Danach
wurde erst mal abgewartet, ob noch Bakt. im Knie waren.
Erst als alle Abstriche negativ waren, wurde das Gelenk dann
implantiert. Jetzt kann ich so langsam sagen, das es bergauf
geht. Du kannst ja meine Geschichte mal nachlesen, wenn du
willst. Ich war 10 Wochen in in der Klinik, alleine, weil
die Entfernung zu gross war. Mir graute auch vor dem Berg, den
ich besteigen musste. Aber ich habe es geschafft. Du hast recht,
man muss nach vorne schauen und kämpfen. Ich hoffe, das ich
am 11.6.05, wenn ich zur Kontrolluntersuchung muss, auch
eine gute Nachricht bekomme, nähmlich das alles in Ordnung ist und das Gelenk jetzt endlich drin bleiben kann. Ich habe zwar immer noch einen grossen Weg vor mir, denn jetzt muss ich erst wieder die Muskulatur aufbauen, um laufen zu können.
Ich habe das Bein über 4 Jahre nicht mehr belastet. Aber ich
weiss, ich schaffe es. Ich wünsche Dir alles, alles Gute und
drücke Dir die Daumen, das alles gut geht.
Du wirst diese Zeilen erst lesen können, wenn du wieder zu Hause bist, aber ich habe erst jetzt davon gelesen. Ich konnte die ganze Zeit noch nicht so lange am Computer sitzen.
Melde dich bitte wieder, wie es Dir ergangen ist. Ich denke auf
jeden Fall an dich, denn ich weiss genau, wie es Dir geht, denn das gleiche habe ich ja auch durchgemacht. Ich wünsche Dir alles, alles Gute für Dich und das jetzt alles wieder gut wird.
von D.

 
  2. Antwort von am 29.05.2005  
  Schade A.,

vermutlich wirst du diese Antwort erst wieder lesen können wenn dein Krankenhausaufenthalt beendet ist :-(
Sorry, aber ich habe deinen Bericht erst jetzt entdeckt.

Du hast für uns alle hier sehr gut erklärt was es bedeutet, eine Diagnose wie deine zu haben. dafür!
Eine septisch bedingte Prothesenlockerung ist mit Sicherheit der Alptraum eines jeden Prothesenträgers und daher kann ich mir gut vorstellen dass es dich graut, vor all dem was du nun hinter dich bringen musst.

Ich hoffe deine Kämpfernatur lässt dich nicht im Stich und ausserdem drück ich dir ganz fest die Daumen dass die Bakterien schnell in den Griff zu kriegen sind!

schickt dir,
C.
 
  1. Antwort von am 08.05.2005  
  Ich will meine Erkenntnisse, die ich jetzt erhalten habe, mitteilen.

Es ist nun so, dass die Diagnose zutrifft. Für mich (und anscheinend bei allen septischen Lockerungen) heisst das: Biopsie (was für ein Erreger ist im Knie), dann Ausräumung des Kniegelenks (Ausbau der Prothese), Fixateur oder ständige Schiene (da ja kein Kniegelenk mehr vorhanden). Wöchentliche Saug-Spüldrainagen in Narkose und zusätzliche hochdosierte Antibiose. Nach ca. 6 - 8 wöchigem Krankenhausaufenthalt irgendwann nach Hause, wenn keine Erreger mehr nachweisbar sind. Dann Abwarten (einige Monate), bis der Knochen (der bei mir 'angefressen' ist -die Ärzte sagen 'Mottenfrass' dazu) sich wieder erholt und verdichtet hat (evtl. Knochentransplantation notwendig) und dann, evtl. in einem halbem Jahr, Einbau einer neuen Prothese.

Das, was jetzt in Kürze auf mich zukommt, ist ein Berg, vor dem es mir graut ihn zu besteigen. Doch ich muss nach vorne schauen und bin eigentlich auch ein Kämpfer.

Ich wünsche jedem Prothesenträger, dass er nie solche Aktionen über sich ergehen lassen muss, möchte aber, dass auch jeder weiss, was eine solche Diagnose bedeutet. Ich stand - wie so oft, weil Ärzte oft nichts erklären - erst mal da und konnte mir meine Informationen aus dem Internet holen. Doch - zumindest bei mir ist es so - lässt es sich mit Tatsachen besser leben und umgehen, als mit 'Abwarten' und 'Nichtswissen'.
Es grüsst Euch A., die evtl. noch 1-2 Wochen ins Forum schauen kann und dann erst mal einige Wochen ohne Internet auskommen muss.

 




ForumNr : 501-3800-Kniegelenk-Prothese - Erfahrungsaustausch : Kniegelenk-Prothese - 088
SID : deutsches-arthrose-forum -



Stand : 16.07.2005 20:11:32
SuchmaschinenArthrose : X103Y20050716201132Z103 - V088


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