Neue Kräfte sammeln - Schmerztherapie



- Erfahrungsberichte und Dokumentation - Deutsches Arthrose Forum -



  36. Eintrag von am 12.07.2005 - Anzahl gelesen : 60  
  Neue Kräfte sammeln - Schmerztherapie  
  0 Ihr Lieben,

lange war ich nicht mehr hier, da es seit meinem letzten Eintrag 'Tiefe Enttäuschung nach OP' eine Berg- und Talfahrt gab, die mir nicht viel Zeit gelassen hat.

Nach der genannten OP hatte ich weiterhin Schmerzen, jedoch sind die, jedenfalls im Gesichtsbereich, zurück gegangen und ich habe sie weitestgehend im Griff.
Klar, hat das wohl auch mit der erneuten Spülung zu tun, deren Wirkung jetzt wieder eine Weile anhält aber zusätzlich habe ich eine interessante Entdeckung gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte, weil so viele hier von den Schmerzen beherrscht werden, so wie ich auch und vor allem nach der missglückten OP, die mir jede Frust gebracht hat.

Lange Rede, kurzer Sinn: Schmerztherapie

Diese kann ich jedem chronisch kranken Menschen nur empfehlen. Allerdings sollte man sich vorab bewusst machen, dass es hier nicht um Heilung geht, sondern wie man sich mit den Schmerzen einigt, bzw. sich nicht von ihnen beherrschen lässt, sondern man den Schmerz beherrscht.
Diese Therapie habe ich sechs Wochen lang durchgezogen.
Teilstationär, man ist also krank geschrieben (der Arbeitgeber sollte also darüber aufgeklärt werden. Meiner Meinung nach, ist es gut, wenn die Möglichkeit besteht, sich mit ihm hinzusetzen und ihm das Ganze zu erklären. Ich hatte Gott sei Dank diese Möglichkeit, ich weiss, dass dies bei vielen schwierig ist).
Die Therapie besteht aus Psychologie (Entspannungsverfahren) - und liebe Leute glaubt mir, ich habe nie gedacht, dass das bei mir funktioniert, da ich es schon mal mit Autogenem Training versucht habe, ich wurde vom Gegenteil überzeugt, super Psychologin, kann ich nur sagen - und viel Sport und Gymnastik sowie Infos über Medikamente und deren Wirkung bzw. Abhängigkeiten.
Interessant war, dass bei chronischen Erkrankungen, der sogenannte Phantomschmerz auftreten kann. Menschen, die bspw. kein Bein mehr haben, können darin immer noch Schmerzen empfinden, tja unser Gehirn halt. Das zeigt, dass eine OP nicht immer die richtige Lösung ist.
Ich suche zwar immer noch nach weiteren OP-/Behandlungsmöglichkeiten aber wesentlich vorsichtiger (schon nach der letzten OP) als früher. Wer weiss, ob, wenn die 'rettende OP' mal vor der Tür steht, der Schmerz auch verschwindet.
Vor allem aber, habe ich wieder zu meinem Sport gefunden, ohne Angst haben zu müssen, dass alles nachher mehr weh tut als vorher. Wichtig, ich bekomme den Kopf dabei frei und mache etwas für meinen Körper. Stärke die Muskulatur und meinen Kopf.
Die Entspannungstechniken habe ich auch beibehalten (bin seit vier Wochen wieder am Arbeiten).
Nicht falsch verstehen, ich bin nicht schmerzfrei, aber gehe jetzt anders damit um.
Eines möchte ich noch dazu sagen, damit man die Wirkung der Therapie wirklich nachvollziehen kann. Ich habe im April meine 2. MRT von meinem Kopf gemacht bekommen, anschl. folgte sofort eine Punktion, seit Mai habe ich den definitiven Befund, ich habe MS. Diese hat nichts mit der Kiefergelenksarthrose zu tun, zwei versch. paar Schuhe, somit zwei chron. Krankheiten.
Sicherlich war das ein grosser Schock, dennoch verarbeite ich die Diagnose gut und bin froh, dass sie während der Therapie kam. Ich spritze mich nun jeden 2. Tag und neurologisch ist bisher alles im grünen Bereich, also keine Behinderungen.
Ich möchte hier auch gar nichts schön reden, natürlich wäre ich froh gesund zu sein und keine Schmerzen zu haben, wie wohl jeder von euch.
Ich denke mir aber, dass sich durch die ganzen drei Jahre, mein Leben auch positiv geändert hat. Bewusster leben, die guten Zeiten geniessen.
Wir sind nicht anders als die anderen, wir haben nur einen Begleiter, den Schmerz und mit dem müssen wir irgendwie auskommen, auch wenn er uns öfter mal ärgern möchte!

Ich drücke euch und wünsche euch viele schmerzfreie Zeiten!



PS: Bei Fragen zur Schmerztherapie stehe ich euch gerne zur Verfügung


 
  2. Antwort von am 23.08.2005  
  liebe ,

vielen Dank für deinen so ausführlichen Beitrag. Es hat mir sehr geholfen von dir zu lesen und vorallem machst du mit deinen Zeilen viel Mut.
Ich leide seit 26 Jahren an Kiefergelenksarthrose. Nach vielen negativen Arztbesuchen und nerviger Rennerei von einem zum anderen Arzt, bekomme ich nun endlich Hilfe. Gern nehme ich dafür den Fahrtweg von 1000 km in Kauf.
Am 20.09. komme ich noch mal in ein Spezial MRT und dann wird eine Spülung durchgeführt.
Würdest du mir bitte schreiben, wie das bei dir abgelaufen ist, wie lang du im Krankenhaus warst usw.
Ich würde mich riesig über eine Antwort freuen.
Dir wünsche ich weiterhin so einen optimistischen Blick in die Zukunft und vorallem alles, alles Gute!
aus Singen
Gabriela

 
  1. Antwort von am 24.07.2005  
 

ich habe auch eine Kiefegelenksarthrose. Sie Schmerzen belasten mich sehr und fange an mich zu ' beherrschen'. Ich bin an einer Schmerztherapie interessiert. Wo hast Du die gemacht? an wen hast Du Dich gewendet?

B.
 




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Stand : 23.08.2005 19:34:02
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